December 2007
Freund oder Feind? Verlage ringen mit Google
Es ist eines der hitzigsten Themen des Internet – und eines, das uns
vermutlich nie mehr verlässt.
Ist Google Freund oder Feind? Sollte man Googles scheinbar mühelosen Aufstieg zur weltweiten Dominanz bekämpfen oder sollte man mit dem Strom schwimmen?
“Es kommt immer darauf an …“ ist das Fazit eines Artikels von Urs Gossweiler über Nachrichtensuche, erschienen im von der INMA herausgegebenen IDEAS Magazine im November 2007.
Google-Kritiker argumentieren, dass die Plattform aus der Arbeit der Verlage Erlöse generiert, indem sie die Datenbank zur Nachrichtensuche nutzt und sich die besten Storys herauspickt, ohne eine Lizenzgebühr zu bezahlen oder die Umsätze mit den Content-Erzeugern zu teilen.
Die belgische Verlegerorganisation hat gerade einen Meilenstein-Sieg in einem Rechtsstreit gegen Google gewonnen, und Schweizer Verleger sind offenbar bereit zu folgen. Von Verlagen kontrollierte nationale Seiten zur Nachrichtensuche sind eine logische Konsequenz in diesen Ländern.
Doch worum geht es eigentlich beim Angriff auf Google? Wer sonst kann dem Markt einen vergleichbaren Service bieten?
Gossweiler argumentiert, dass Google die Besucher ja auf die Ursprungsseiten führt, weil nur Schlagzeile und Vorspann angezeigt werden – und zusätzlicher Traffic auf der Seite ist genau das, was die Verleger wollen. Darüber hinaus sucht Google auf einer globalen Basis, und das ist genau das, was die Nutzer wollen.
So weit, so gut. Doch die große Gefahr ist, dass Google in der Lage ist, kompletten Content zu erfassen und anzuzeigen – und es gibt keine internationalen Copyright-Gesetze, um das zu verhindern.
Deshalb ist vielleicht ein friedliches Miteinander mit Google der richtige Ansatz, so lange der derzeitige Status anhält – immer mit einem wachsamen Auge auf den neuen Entwicklungen.
Gossweiler bietet hier einen wichtigen Rat an –
“Nicht nur das Product ist wichtig, sondern auch die Verpackung. Aus diesem Grund gibt es etwas, das wichtiger ist als die beste Technologie: Die Pflege der eigenen Marke, gerade im World Wide Web.”
- ein guter Ratschlag, der vollkommen der Sichtweise von MatchWork zum Thema Zeitungsmarken entspricht.
